Sonnenhungrige Dino-Ahnen müssen umziehen
Zauneidechsen sind, wie alle Reptilien, wechselwarme Tiere. Am liebsten aalen sie sich in der Sonne, um auf Touren zu kommen. Neben der Sonnenbank brauchen die Tiere aber auch gute Versteckmöglichkeiten, denn Schlangen und Greifvögel trachten ihnen nach dem Leben. Natürlich müssen sie auch selbst in ihrem Lebensraum genug zu fressen finden.
Ihre Eier legen die Zauneidechsen am liebsten in feuchtwarme Erde. Damit wären die Ansprüche an die optimale Echsen-Wohnung schon klar umrissen: Sonnige Blößen, zahlreiche Verstecke, viel Kleingetier und eine feuchtwarme Kinderstube. Obwohl das nicht besonders verwöhnt erscheint, haben es Zauneidechsen in unserer modernen Kulturlandschaft schwer. Gifteinsatz in Landwirtschaft und Kleingärten nimmt ihnen die Nahrung. Die nachlassende Pflege von Kleinstrukturen, wie Hohlwegen und Lesesteinhaufen, lässt Pflanzen wuchern und bringt kühlen Schatten in einstmals sonnige Echsenparadiese.
In der Grube Germania auf dem MTR-Gelände lebt die zweitgrößte Population von Zauneidechsen im Main-Taunus-Kreis. Die Reptilienexperten der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Horst Mauer und Andreas Dorsch, bemühen sich gemeinsam mit der MTR um den Schutz dieser Tiere. Um ihnen trotz der heranrückenden Verfüllung Lebensraum zu bieten, wurden in unmittelbarer Nähe umfangreiche Ersatzbiotope angelegt. 70 überwiegend junge Tiere sind bisher dorthin umgezogen. Sie sollen den Fortbestand dieses Vorkommens sicherstellen. Fragen zu diesem einzigartigen Artenschutzprojekt beantwortet der
Stadtverband Hofheim der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Brückenstraße 26, 65719 Hofheim am Taunus, Telefon: 06192/9298166.