Der Dünen-Sandlaufkäfer hat mit seinen sechs langen Beinen und seinem langen, dünnen Rüssel und seinen großen Augen eine gewisse Ähnlichkeit mit Stechmücken. Jedoch ist sein schwarzer Körper mit hellgelben Flecken gemustert.Schillernder Raubritter auf Zehenspitzen

Mit großen Augen, denen nichts entgeht, und mit kräftigen Beißwerkzeugen geht der Dünen-Sandlaufkäfer auf die Jagd. Sein Reich ist auf Sand gebaut. Es ist klein geworden, seit Binnendünen mit Kiefernwäldern aufgeforstet und Sandbänke entlang den Flüssen wegbegradigt wurden. Zuflucht finden die etwa anderthalb Zentimeter großen Käfer heute zum Beispiel noch in frischen Kiesgruben oder auf Deponieteilen, wo der offene Boden ähnliche Lebensbedingungen bietet. Dort lauert der extrem schnelle und wendige Dünen-Sandlaufkäfer anderen Insekten auf, überfällt sie blitzartig und trennt ihnen mit seinen sichelförmigen Kieferzangen in Windeseile den Kopf ab, bevor er sie verzehrt. Schon im Larvenstadium sind die Sandlaufkäfer alles andere als Vegetarier. Weitgehend unbeweglich verharren sie in ihrer Jugendphase in einer selbst gebauten Trichterfalle, bis ihnen Ameisen und anderes Kleingetier vor das gefräßige Maul laufen.

In seinem schattenlosen Lebensraum hat der Dünen-Sandlaufkäfer besonders mit der Hitze zu kämpfen. Wenn die Sonne scheint, erreicht der Sandboden schnell unerträgliche Temperaturen. Um dem Hitzschlag zu entgehen, stellt sich der Sandlaufkäfer auf die Zehenspitzen, das heißt, er drückt die Beine so weit durch, dass viel Luft unter seinem Bauch zirkulieren kann. Das kann ihm 5 Grad Abkühlung verschaffen. Wenn es ihm dann endgültig zu heiß wird, gräbt er sich kurzerhand in den Sand ein und wartet dort auf Abkühlung. Fällt die Temperatur aber unter 19 Grad Celsius, bleibt der Sandlaufkäfer ebenfalls in seiner Garage. Dann erreicht er nicht die nötige Betriebstemperatur für die anstrengende Jagd. Denn anders als man beim Lesen ihres Namens denken würde, sind die kleinen Raubritter nicht nur exzellente Dauerläufer, sondern auch in der Luft ausgesprochen flink unterwegs.

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