Die Schlackedeponie Offenbach befindet sich direkt an der L3001 gegenüber dem Müllheizkraftwerk Offenbach und wurde im Jahr 1970 vom Zweckverband Abfallentsorgung Offenbach in Betrieb genommen. Auf der Deponie wurden in der Folgezeit ausschließlich Verbrennungsrückstände aus dem Müllheizkraftwerk Offenbach abgelagert. Seit Inbetriebnahme der Deponie wurden rund 1,1 Millionen Tonnen deponiert. Die Deponiefläche beträgt insgesamt 7,65 Hektar und unterteilt sich in einen alten nicht basisgedichteten Deponiebereich von rund 5,8 Hektar und einen neuen basisgedichteten Bereich mit einer Fläche von etwa 1,8 Hektar.
Der alte Deponieabschnitt wurde von März 1970 bis August 1985 verfüllt. Dort sind 890.000 Tonnen Verbrennungs-Rückstände abgelagert. Die Verfüllung des neuen, mit einer Basisabdichtung gesicherten Deponieabschnitts erfolgte von Dezember 1985 bis September 1990. Insgesamt wurden in diesen Teil der Deponie 170.000 Tonnen Schlacke eingebracht, bei einer Gesamtkapazität von 225.000 Tonnen. Seit September 1990 erfolgte keine weitere Deponierung von Schlacke mehr, da inzwischen die Müllverbrennungsrückstände durch eine Fremdfirma vollständig wiederverwertet werden.
Maßnahmen zum Grundwasserschutz
Um mögliche negative Einflüsse auf die Umwelt durch den Austrag von verschmutztem Sickerwasser aus dem Deponiebereich in das umgebende Grundwasser zu vermeiden, wurde in den Jahren 1996 - 1998 um die gesamte Schlackedeponie eine wasserundurchlässige Dichtwand errichtet. Diese Wassersperre bindet in eine unterhalb der Deponie in 2 - 11 m Tiefe anstehende mächtige natürliche Wassersperre (tertiäre Rupeltonschicht) ein, so dass ein Eintrag von Grundwasser in den umschlossenen Deponiebereich wie auch ein Austrag von Sickerwasser aus diesem Bereich nicht mehr möglich ist. Darüber hinaus wurde ein Wasserhaltungssystem eingerichtet, welches durch automatische Absenkungen des Innenwasserspiegels unter den Außenwasserspiegel zusätzlich sicherstellt, dass kein Deponiesickerwasser nach außen gelangen kann. Das durch das Wasserhaltungssystem erfasste Gemisch aus Grund- und Sickerwasser wird zum Müllheizkraftwerk gepumpt und dort als Brauchwasser zur Rauchgasreinigung eingesetzt. Nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei Betriebsstillstand des Müllheizkraftwerkes, muss das erfasste Sickerwasser zur Kläranlage geleitet werden.
Neben dieser sogenannten "Topfbewirtschaftung" wurde ein Grundwasserumleitungssystem installiert, das einen möglichen, durch die Dichtwand bedingten äußeren Grundwasseraufstau verhindert.
Die optimale Steuerung und Überwachung des Wasserhaltungssystems wird mit einer entsprechenden Prozessleittechnik sichergestellt. Sämtliche Mess- und Steuerdaten werden direkt über eine ISDN-Leitung zur zentralen Überwachung an die Abteilung Umweltcontrolling der RMD übertragen. Darüber hinaus ist unter anderem durch die Einrichtung einer Rufbereitschaft der ordnungsgemäße Betrieb der Deponie auch außerhalb der Geschäftszeiten der RMD sichergestellt. Diese Maßnahmen sind notwendig, um die im Genehmigungsbescheid geforderten strengen Auflagen zu erfüllen.
Ziel der Rhein-Main Deponie GmbH ist es, die Deponie zu einem geordneten Abschluss in Bezug auf die Kubatur sowie die Begrünung und Oberflächenentwässerung zu bringen und die Nachsorge sicherzustellen.
