In kurzer Zeit von der Plage zur Rarität
Noch in den fünfziger Jahren galt der Feldhamster insbesondere in den landwirtschaftlich hochproduktiven Regionen zwischen Main und Taunus als Landplage und Ernteschädling. Allein in einem Jahr wurden entlang der heutigen Bundesautobahn A66 und in den angrenzenden Gemarkungen über 6.000 Hamster gefangen und getötet. Später wurden sogar Gifte eingesetzt, um die Bestände auszurotten. Den Todesstoß versetzten dem emsigen Nager dann aber Veränderungen in den Anbaumethoden der Landwirtschaft. Heute werden große Schläge binnen kürzester Zeit maschinell abgeerntet, die Zahl der angebauten Feldfrüchte hat sich verringert, der Stoppelfeldumbruch wurde vorverlegt und der Anbau von Futterpflanzen ging in den produktiven Regionen immer mehr zurück. Heute ist das Verbreitungsgebiet des Feldhamsters drastisch geschrumpft.
Er gehört inzwischen zu einer der am strengsten geschützten Arten Mitteleuropas. Die Länder der Europäischen Union haben sich verpflichtet, gezielte Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um das Überleben der Art zu sichern.
Die Mainebene ist eines der wenigen Rückzugsgebiete, die dem Feldhamster verblieben sind. Hier hamstern noch einige Tiere Jahr für Jahr ein bis zwei Kilogramm Nahrung in ihren tiefen Bau, um den Winterschlaf überdauern zu können. Hin und wieder werden die 20 bis 35 cm langen und bis über 500 g schweren Hamster auch im Umfeld der Deponie in Wicker gesehen. Am auffälligsten sind aber die Eingänge zur Hamsterwohnung. Schräge Schlupfröhren sorgen für einen gemütlichen Einstieg. Wenn es aber schnell gehen muss, nutzt der Feldhamster ganz charakteristische Flucht- oder Fallröhren. Sie haben einen Durchmesser von 8 bis 10 cm und führen senkrecht in den Hamsterbau.
Wer gezielt dem Feldhamster helfen möchte oder eigene Beobachtungen mitteilen kann, der melde sich bei der Aktion Feldhamsterschutz. Nähere Informationen unter
www.feldhamster.de