Esparsetten-BlutströpfcheDrei schmetterling-artigen Tiere von der Gattung Esparsetten-Blutströpfchen sitzen um eine Blüte. Sie haben zwei lange schwarze Fühler und leuchtend blaue Flügel mit roten Flecken.n 'Zygaena carniolica'Wehrhafte Spezialisten im Blütenmeer

Das Esparsetten-Blutströpfchen gehört zur Familie der Widderchen. Diese verdanken ihren Namen den gebogenen und am Ende leicht verdickten Fühlern, die den Namensgeber wohl an das Gehörn eines Widders erinnerten. Blutströpfchen nennt man jene Arten innerhalb dieser Familie, die durch leuchtend rote Flecken auf zumeist schwarzem Grund auffallen. Das Esparsetten-Blutströpfchen ist von verwandten Arten leicht dadurch zu unterscheiden, dass seine roten Tupfen auf den Vorderflügeln hell eingerahmt sind.

Die auffällige Zeichnung ist keineswegs Ergebnis eines evolutiven Schönheitswettbewerbs, sondern ein deutliches Warnsignal an alle Fressfeinde. Die träge wirkenden Falter haben es nämlich in sich: Blausäure, um genau zu sein. Vögel, die einmal an einem Widderchen genagt haben, werden den Geschmack so schnell nicht vergessen und die rote Zeichnung noch lange in Erinnerung behalten. Für die Widderchen ist dieser Schutzmechanismus überlebenswichtig, wenn sie ungeschützt auf ihren Saugpflanzen dem Nektar frönen. Die Esparsetten-Widderchen sind dabei durchaus anspruchsvoll. Sie kommen nur auf besonders mageren Standorten vor, die ein vielfältiges, ganz spezielles Blütenangebot bieten. Hauptsächlich die einzigartige Vegetation auf Kalkböden hat es ihnen angetan. Ganz ähnliche Bedingungen finden sie offenbar in der Deponieumgebung und der Kiesgrubenlandschaft in der Untermainebene. Dort sind es die mageren Standorte an schroffen Abbruchkanten oder auf hochverdichteten Böden, die den Feinschmeckern ein entsprechendes Nahrungsangebot aus zweiter Hand bieten.

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