Da das Deponiegas zu mehr als der Hälfte aus brennbarem Methan besteht, wird damit ein Kraftwerk auf dem Deponiegelände betrieben, das elektrische Energie für das öffentliche Stromnetz erzeugt.
Hier ein Beispiel, um den "Energiegehalt" einer Deponie zu verdeutlichen: Auf der Deponie Flörsheim-Wicker lagern etwa 11 Millionen Kubikmeter Hausmüll, aus denen durch natürliche biologische Abbauprozesse während der gesamten Betriebs- und Nachsorgezeit etwa 2,2 Milliarden Kubikmeter Deponiegas entstehen. Mit einer guten Deponiegas-Erfassung können 50 bis 70 Prozent der produzierten Gasmenge erfasst werden, also gut 1,2 Milliarden Kubikmeter. Der Energiegehalt diese Gasmenge entspricht etwa 500 Millionen Liter Heizöl. Wollte man diese Menge gleichzeitig zur Deponie Wicker befördern, wären 12.500 Tanklastzüge erforderlich, die - Stoßstange an Stoßstange - eine Schlange über die A3 bis nach Duisburg bilden würden.
Zugegeben, dieses Beispiel ist etwas theoretisch, macht aber klar, dass es zum Schutz des Klimas nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch ökonomisch sinnvoll ist, das Deponiegas in einem Kraftwerk zu nutzen, um mittels Gasmotoren Strom zu erzeugen oder mittels Heizkesseln Warmwasser für Heizzwecke oder Prozesswärme zu erzeugen. Außerdem hat das Deponiegas - anders als der fossile Brennstoff Heizöl - eine ausgeglichene Klimabilanz, da bei der Verbrennung nur soviel Kohlendioxyd wieder frei wird, wie vorher beim Wachsen der organischen Abfallanteile aus der Atmosphäre aufgenommen wurde.
Für die Deponiegasverwertung werden die im Abfall entstehenden Gase mit Unterdruck durch Gebläse in die installierten Gasbrunnen gesaugt, entwässert, gereinigt und nach Gut- und Schwachgas getrennt. Wenn der Methangehalt unter 45% liegt, eignet sich das Deponiegas nicht für die Nutzung und wird über eine Fackelanlage bei 1.200 Grad Celsius umweltschonend verbrannt. Das Gutgas wird den Gasmotoren zugeführt, die Generatoren antreiben, um elektrische Energie zu erzeugen. Die entstehende Abwärme wird in den Betriebsgebäuden zu Heizzwecken genutzt.
So ist auf den Deponien ein Gesamtsystem zur Sanierung und Sicherung entstanden, das auch nach Beendigung der Mülleinlagerung über Jahrzehnte hinweg eine sichere und ressourcenschonende Nachsorge ermöglicht.
Ausführliche Informationen zur Sicherung und Sanierung der Deponie Flörsheim-Wicker (PDF-Format, 74 KB).