Mikroorganismen bauen im Deponiekörper unter Sauerstoffabschluss organische Stoffe zu Fettsäuren, Alkohol, Kohlendioxid und Wasserstoff ab. Bei der darauffolgenden Methangärung entstehen aus einem Kubikmeter Abfall innerhalb von 20 Jahren etwa 200 Kubikmeter Deponiegas, das hauptsächlich aus Methan (50 - 60%) und Kohlendioxid besteht, aber auch Schadstoffe aus dem Abfall enthält. Ohne entsprechende Maßnahmen würde das Gas entweichen und in der Umgebung unangenehme Gerüchen verbreiten und den Treibhauseffekt begünstigen, sowie die Ozonschicht schädigen. Außerdem kann sich das Deponiegas unterirdisch ausbreiten, die Wurzeln von Pflanzen schädigen und sich in Hohlräumen sammeln, so dass die Gefahr von Verpuffungen besteht.
Daher wird das Deponiegas mit Gasbrunnen im Abfall und über die Ausgleichsschicht der Oberflächen-Abdichtung aufgefangen und zur Verwertungsanlage abgeführt. Da Methan als Hauptbestandteil des Deponiegases eine zwanzigfach höhere Klimaschädigung als das Treibhausgas Kohlendioxid bewirkt, ist eine Verbrennung des Gases unbedingt erforderlich, bei der gleichzeitig die Schadstoffanteile zerstört werden. Neben der Verwertung im Deponiegas-Kraftwerk der Deponie besteht die Möglichkeit der Verbrennung über eine Hochtemperaturfackel bei Ausfall der Verwertungsanlage oder bei Deponiegasen mit geringem Methananteil.
Ausführliche Informationen zur Sicherung und Sanierung der Deponie Flörsheim-Wicker (PDF-Format, 74 KB).