Die Hausmüll-Deponie Brandholz liegt im Hochtaunuskreis südlich der B 275 zwischen der Stadt
Usingen und der Gemeinde
Neu-Anspach. Von Ende 1973 bis zum Jahrtausendwechsel wurden dort aus 4,3 Millionen m³ Müll ein Berg von 30 Meter Höhe und 21 Hektar Grundfläche angeschüttet. Die Geologen wählten das Deponiegelände im Usinger Land wegen der günstigen Beschaffenheit des Untergrunds. Eine 25 Meter dicke, wasserundurchlässige Schicht aus lehmig-tonigem Boden und stark verwittertem Tonschiefer stellt sicher, dass kein Sickerwasser aus der Deponie das Grundwasser verunreinigen kann. So entspricht selbst der erste Bauabschnitt der Deponie hinsichtlich der Barrierewirkung auch heute noch dem Stand der Technik.
Nach zehnjährigem Betrieb wurde die Deponie Brandholz 1983 um 10 Hektar erweitert. Auf Grund strengerer Auflagen wurde dieser Bauabschnitt mit einer mineralischen Basisabdichtung versehen, in der Drainagerohre das Sickerwasser der Deponie sammeln und der Reinigung zuführen. Der Spitzenwert der Müllablagerung wurde 1989 mit knapp 230.000 Tonnen pro Jahr erreicht. Weil seit Anfang der neunziger Jahre das Müllaufkommen stark zurückging und die Müllverbrennung die Restmüllentsorgung übernahm, sank die in Brandholz angelieferte Menge bis zur Jahrtausendwende auf etwa ein dreißigstel der ursprünglichen Jahresmenge, so dass die Deponie an Silvester 1999 offiziell geschlossen wurde.
Nachsorge der Deponie
Mit der Schließung der Deponie für die Abfallbeseitigung begann die Nachsorgephase, die mehrere Jahrzehnte andauern wird. In der ersten Phase wird dabei das Gelände mit belastetem Erdaushub verfüllt, um der Deponie ihre abschließende Form zu geben, die sich als Berg so gut in die Taunus-Landschaft einfügt. Die Außenhülle der Deponie besteht aus unbelasteten Böden und einer Rekultivierungsschicht von rund zwei Meter Dicke, auf der sich ein natürlicher Bewuchs ansiedeln kann. Die kuppenartige Form der Deponie hat den Vorteil, dass ein großer Teil des Niederschlags an der Oberfläche abfließt, wodurch die Sickerwasserbildung reduziert wird. Die Flüssigkeit, die den Deponiekörper trotzdem durchquert oder darin entsteht, wird mit einem Dränage-System am Fuß der Deponie gefasst und einer Sickerwasser-Reinigungsanlage mit Aktivkohlefilterung zugeführt. Nach der Säuberung in der Vorbehandlungsanlage wird das Wasser nochmals in der Kläranlage des Abwasserverbandes Oberes Usatal gereinigt.
Aus dem Deponiegas, das durch den Abbau der Abfälle unter Luftabschluss entsteht und das einen hohen Anteil an energiereichem Methan enthält, wird in drei Motoren mit angekoppelten Generatoren Strom erzeugt. Im Jahr 2003 wurden aus der Deponie etwa 2,5 Millionen Kubikmeter Gas gewonnen, aus denen etwa 3,4 Millionen Kilowattstunden Strom entstand, der für etwa 800 Haushalte im Taunus reicht.
Mit dem Verfüllen des Geländeeinschnitt am ursprünglichen Eingangsbereich und dem Bau des neuen Betriebsgebäudes, in dem auch die Bediensteten des Naturparks Hochtaunus untergebracht sind, der Modernisierung der Deponiegas-Verwertungsanlage und der Sickerwasser-Reinigungsanlage wurde im Jahr 2004 die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die Abschlussmaßnahmen langfristig Bestand haben und dazu führen, dass die Deponie Brandholz in einem überschaubaren Zeitraum aus der Nachsorge entlassen werden kann.
Mit einer Bauschuttaufbereitungsanlage, einer Grünschnittannahmestelle und einem Recyclinghof im neuen Eingangsbereich der Deponie haben die Bürger des Hochtaunuskreises und die dortigen Gewerbetreibenden außerdem eine regionale Möglichkeit zur Annahme von Abfällen zur Verwertung.
Agrogaskraftwerk
Auf dem Gelände der Deponie Brandholz entsteht zur Zeit eine der modernsten und größten Trockenvergärungsanlagen. Aus dieser mit nachwachsenden Rohstoffen betriebenen Anlage, wird durch ein spezielles Vergärungsverfahren das Gas produziert. Dieses Gas wird in der bereits vorhandenen Deponiegasverstromungsanlage verbrannt und in "Öko-Strom" umgewandelt.
Die im Deponiekörper abgelagerten organischen Abfälle liefern in naher Zukunft nicht mehr die ausreichenden Mengen an Deponiegas, die zum Betrieb der Deponiegasverwertungsanlage benötigt werden.
PDF-Flyer (710 KB) "Agrogaskraftwerk - Energie aus nachwachsenden Rohstoffen"

- Recyclinghof der Deponie Brandholz
- Asbest-Entsorgung
- Preise / Öffnungszeiten des Recyclinghofes Brandholz
- Anfahrtsweg zur Deponie Brandholz
- Zukunft der Deponie Brandholz